Quote of the Moment:
Statistically speaking, there are two popes per square kilometer in Vatican City...
Piratenbanner

Verpasste Links

fly.floh am 25. September 2009 um 12:46

Es hat sich einiges getan in den letzten drei Wochen, nicht nur, dass die Piratenpartei inzwischen auf die magischen 10000 Mitglieder zusteuert, auch ein paar interessante Texte und Bilder sind aufgetaucht:
Zunaechst noch ein wenig Wahlwerbung fuer die CDU:
CDU Kanzler
Ernster und sehr interessant ist das Nerd Portrait von Jens Scholz, das dem Medienklischee ein wenig widerspricht.
Ausserdem haben Stefan Niggemeyer und einige andere deutsche Blogger das Internet Manifest verfasst, das als Antwort auf die ganzen Manifeste der Verleger und Internetausdrucker gedacht ist.
Dann sind da noch die Pruegelcop-Videos von der Freiheit statt Angst Demo. Fefe hat dazu ausfuehrlich berichtet. Auch ueber das danach. Es gibt aber auch schoenere Videos von der FSA, zum Beispiel die von den vielen Piraten.

Joerg Tauss hat ausserdem eine seiner letzten Reden im Bundestag gehalten, das Thema war die Lage in Deutschland. Ganz zum Schluss gibt’s dann auch noch was neues von den Machern von “Du bist Terrorist!”, es nennt sich, “Rette deine Freiheit“.

Der Herr Tauss

fly.floh am 23. Juni 2009 um 22:48

Nachdem der Bundestag letzten Donnerstag nun die Internet-Zensur beschlossen hat, sind am Wochenende viele Mitglieder der SPD aus dieser ausgetreten. Viele davon mit offenen Briefen, wie diesem. Unter ihnen der langjaehrige Bundestagsabgeordnete Joerg Tauss. Tauss ist aber nicht nur aus der SPD ausgetreten, er ist am selben Tag in die Piratenpartei eingetreten. Gegen Joerg Tauss wird seit Maerz wegen Besitzes kinderpornographischer Schriften ermittelt, das ist recht allgemein bekannt. Wie immer bei solchen Ermittlungen sind Karriere und Leben erstmal den Bach runter. Man weiss bisher nicht warum Tauss dieses Materias besessen hat. Er selbst sagt, es sei zu Ermittlungszwecken gewesen. Fakt ist aber, und das ist denke ich auch einer der Gruende, aus denen die Piratenpartei ihn aufgenommen hat, dass in Deutschland noch jeder unschuldig ist, bis das Gegenteil bewiesen ist. Ein Urteil gegen Tauss gibt es bisher nicht, damit ist er als unschuldig zu behandeln.

Auf abgeordnetenwatch.de hat er nun einen Erklaerungsversuch abgegeben, warum so viele seiner Kollegen fuer die Internet-Zensur gestimmt haben. Ist meiner Meinung nach recht lesenswert und wahrscheinlich auch, zumindest bei der grossen Masse wirklich der Fall.

Warum es um Zensur geht

fly.floh am 27. April 2009 um 16:01

Der folgende Text stammt von Jens Scholz, der ausdrücklich dazu aufgefordert hat den Text zu kopieren und zu verbreiten. Natürlich komme ich dem gerne nach.

Warum es um Zensur geht

Da reiben sich gerade so viele die Hände, daß man eigendlich ein beständiges Rauschen hören müsste. Die Idee, das Thema Kinderpornografie als Popanz vorzuschicken, um das nun geplante Internet-Zensursystem einzuführen war aber auch wirklich eine richtig gute. Hat das ja zuvor mit den Themen Terrorismus und Internet-Kriminalität nicht wirklich hingehauen, kann man hier spitzenmäßig mit dem Holzhammer wedeln und Kritiker einfachst diffamieren, indem man die eigentliche Kritik ignoriert und ihnen vorwirft, sie wollten die Verbreitung von Kinderpornografie schützen. Wie schnell schon der Vorwurf zum beruflichen und gesellschaftlichen Tod führen kann, zeigte man nur wenige Wochen zuvor ja schonmal anschaulich am Exempel Tauss (der übrigens natürlich nicht im Netz “erwischt” wurde, sondern über Handykontakte und DVDs per Post).
Aber ich schweife schon wieder – wie es durch die Wahl dieses Themas ja auch gewünscht ist – ab.
Denn das Problem, das die Kritiker haben, ist ja natürlich nicht, daß man den Zugang zu Kinderpornografie sperren will, sondern das Sperrinstrumentarium, das man dazu baut. Schaut man sich das an, merkt man schnell: Es geht nicht um Kinderpornos und wie man dagegen vorgeht. Ging es nie.
Es geht um die Installation eines generellen technischen Systems und die generelle Art und Weise, wie es betrieben wird: Es geht darum, daß eine waschechte, diesen Namen zu Recht tragende, Zensur ermöglicht wird. Auch wenn die zunächst gesperrten Websites tatsächlich nur Kinderpornografie beinhalten (was die Liste eigentlich extrem kurz halten müsste) wäre sowohl die Technik, die Verwaltung und sogar die Psychologie installiert, um sofort eine effektive Zensur betreiben zu können.

Technik
Die Provider sollen ihre Nameserver so umbauen, daß Webseiten, die das BKA aussucht und ihnen nennt, nicht erreichbar sind und dem Nutzer bei Aufruf stattdessen eine Sperrseite angezeigt wird. Gleichzeitig soll das BKA jederzeit abrufen könne, welche Nutzer auf Webseiten aus dieser Liste zugreifen wollten und stattdessen auf die Sperrseite geleitet wurden.
Ein normaler Internetnutzer, der seinen Nameserver nicht auf einen freien DNS-Server umstellt, sieht bestimmte Seiten nicht und erhält die Mitteilung, er wolle sich gerade Kinderpornografie ansehen. Ob das stimmt, weiß er nicht und nachprüfen darf er das auch nicht, da ja schon die Suche nach Kinderpornografie strafbar ist. Der Nutzer muss sich in diesem Moment weiterhin im Klaren sein, daß er gerade etwas getan hat, was das BKA als illegal ansieht und als Grund ansehen kann, gegen ihn vorzugehen.
Die allein schon technisch verursachten Risiken für jeden Internetnutzer sind immens, noch dazu, weil man damit auch noch eine perfide Beweisumkehr eingebaut hat: Sie müssen künftig ihre Unschuld beweisen, z.B. daß sie “versehentlich” die gesperrte Seite angesteuert haben. Viel Spaß beim Versuch, Richtern TinyUrls, iFrames, Rootkitangriffe, Hidden Scripting und so weiter zu erklären, wenn Sie überhaupt wissen, was das ist.
Die Lösung zunächst: Den Nameserver umstellen, um sich dieser Gefahr vollständig zu entziehen. Geht schnell und kann jeder.
Die Technik ist allerdings interessanterweise das kleinste Problem in dieser ganzen Geschichte. Es gibt Staaten, die in ihren Zensurbemühungen schon wesentlich weiter sind. Die Menschen dort können dennoch sowohl anonym als auch unzensiert das Internet benutzen. Das Internet ist von Nerds gebaut worden. Ein Staat kann da so viel fordern wie er will, er wird das Netz auf technischer Ebene never ever kontrollieren können.

Verwaltung
Hier liegen die springende Punkte, die das Ganze zum Zensurinstrument machen:
1. Die gesperrten Inhalte stehen auf einer Liste, die das BKA direkt und ohne Prüfungsinstanz erstellt und die die Provider möglichst ohne sie anzuschauen zu installieren haben. Es entscheidet kein Richter über den Inhalt, es überprüft keine unabhängige Institution über die Rechtmäßigkeit, es gibt keine Regelung, wie Adressen überhaupt wieder von der Liste gelöscht werden könnten. Die Polizei, die Verbrecher verfolgt, bestimmt, welcher Wunsch nach welcher Information ein Verbrechen ist. Vorab zu definieren, was ein Verbrechen ist und hinterher darüber zu entscheiden, ob ein Verbrechen begangen wurde ist aber nicht Aufgabe der Polizei.
2. Die Liste ist geheim. So lange diese Liste nicht in die Öffentlichkeit gerät kann alles drinstehen und nichts davon muss gerechtfertigt werden. Wer das in Frage stellt wird zum Verdächtigen. Wie Zensur in Reinform eben funktioniert.
3. Der Gesetzentwurf ist schwammig genug, daß das BKA im Prinzip alles in die Liste setzen kann. Da im Web jeder Inhalt nur einen Klick weiter vom letzten entfernt ist und das Gesetz möchte, daß auch “mittelbare” Seiten gesperrt werden können, kann somit de facto auch jede Seite gesperrt werden.
4. Das System soll die direkte Verfolgung von Zugriffen erlauben. es wird nicht nur gesperrt, sondern es kann auch nachgeschaut werden, wer sich die gesperrten Seiten ansehen will. Dies kann dann Anlass für verdeckte Überwachungen, Hausdurchsuchungen und andere existenzbedrohende Vorgänge sein.
Die Staatsanwälte dieses Landes üben ja seit einiger Zeit kräftig an der Vorverurteilungsfront, indem Sie inzwischen gerne mal Pressemitteilungen über eingeleitete Verfahren rausgeben und die Presse direkt zu möglichst spektakulär und öffentlichkeitswirksam inszenierten Verhaftungen mitnehmen (Zumwinkel, Tauss, Frau B.).

Psychologie
Womit wir schon beim gewünschten Effekt von Zensur sind: Die Einführung der Schere im Kopf. Die wirksame Selbstzensur, weil man nicht weiß, was eventuell passiert, wenn man zu laut und deutlich Kritik äußert. Die Geheimhaltung der Sperrliste und ihre völlige Unverbindlichkeit durch das Fehlen jeglicher Kontolle ist ein bewußt eingesetzes Instrument, um Verunsicherung zu erzeugen.
Ein anderes ist die Verknüpfung mit dem Thema Kinderpornografie, womit wir wieder am Beginn dieses Artikels wären. Man weiß ja inzwischen, daß auch nur der leiseste Ruch, man könnte eventuell irgendwas mit Kindesmissbrauch und Pädophilen zu tun haben, die Existenz vernichten kann, selbst wenn hinterher rauskommt, daß tatsächlich nichts an den Vorwürfen dran war. Wie nahezu generell nichts rauskommt. Das ist ein so extrem starkes und wirksames Druckmittel, was natürlich beispielsweise ein Herr Gorny sofort erkennt, weil sein Versuch, diese Schere im Kopf einzuführen (durch den Versuch, Filesharing als schreckliches Verbrechen zu diskriminieren), wirkungslos blieb und er sich nun an den besser funktionierenden Trigger dranhängt (indem er Urheberrechtsverletzung mit Kindesmissbrauch gleichsetzt).
Die Justizministerin gibt dann noch Tipps in die richtigen Richtungen, die natürlich prompt reagieren. Überhaupt, das mal ganz nebenbei, finde ich es immer wieder seltsam, daß Frau Zypries immer wieder als Warnerin vermittelt wird. Dabei war – so sagt sie zumindest – sie es, die den Gesetzentwurf gegenüber dem Vorabvertrag von Frau von der Leyen verschärfen ließ und dieser nun schon den Zugriff auf Stopp-Seiten verfolgen lassen will.

Um die Frage zu beantworten, warum und wann es in einer Gesellschaft überhaupt dazu kommen kann, daß ein Teil davon meint, einen solchen Eingriff vornehmen zu müssen und der andere Teil (zu dem ich u.a. mich zähle) darin ein so massives Unrecht sieht, das es zu bekämpfen gilt, kann man sich bitte den Artikel “Kampf der Kulturen” drüben bei netzpolitik.org durchlesen.

Kennzeichen-Scanning

fly.floh am 13. März 2008 um 14:23

Das Bundesverfassungsgericht hat vor ein paar Tagen das automatische Scannen von KFZ-Kennzeichen verboten, nichts mehr wirklich Neues.

Wie im Spitzelblog nun zu lesen ist plant das Bundesland Niedersachsen nun aber – entschuldigung – auf das Urteil zu scheißen. Niedersachsens Innenminister Schünemann ist der Meinung man habe sich von Anfang an an die nun vom Bundesverfassungsgericht gemachten Vorgaben gehalten. Doch damit nicht genug, das Scanning soll nicht nur weiter gehen, es soll sogar noch ausgebaut werden, so sollen in den nächsten Tagen neun weitere mobile Scanner an die Polizei ausgeliefert werden, zuätzlich zu den vier bereits bestehenden.

Das Bundesverfassungsgericht hingegen gab im Urteil den Klägern recht, da die Gesetze so unbestimmt formuliert seien, dass damit nicht nur flächendeckende, elektronische Überwachung von Autofahrern möglich sei, sondern gleich das Erstellen von Bewegungsprofilen der Autofahrer.

Ein Urteil für alle

fly.floh am 28. Februar 2008 um 13:16

Die Online-Durchsuchungen wurden gekippt, deshalb möchte Herr Schäuble sie jetzt auch so schnell wie möglich einführen. Moment, da stimmt doch was nicht, also von vorne.

Das Bundesverfassungsgericht hat gestern die Online-Durchsuchungen in NRW für verfassungswidrig erklärt und damit das bisher einzige in Deutschland existierende Gesetz zur Online-Durchsuchung aus dem Verkehr gezogen. Die Richter haben aber auch die Online-Durchsuchung erlaubt, sollte es “Anhaltspunkte einer konkreten Gefahr für ein überragend wichtiges Rechtsgut” geben. Über das Kippen der NRW-Version der heimlichen Datenschnüffelei freute sich ganz besonders ein gewisser Herr Westerwelle, er sieht “die Aushöhlung der Privatsphäre, wie sie unter Rot-Grün mit Otto Schily begann und wie sie jetzt unter Schwarz-Rot mit Wolfgang Schäuble fortgesetzt werden soll” gestoppt. Den FDP-Politiker, der in NRW für das Gesetz zuständig war erwähnte Westerwelle vorsichtshalber nicht.

Es bleiben also am Ende das Warten auf ein konkretes Gesetz aus Berlin und weiter ausgehöhlte Grundrechte, auch wenn das gestern nur ein kleiner Schritt Richtung Stasi 2.0 wahr, aber der nächste folgt bestimmt.

Abhören für die Freiheit

fly.floh am 22. Januar 2008 um 13:06

Laut Spiegel Online sollen Abhörmaßnahmen in Zukunft noch einfacher werden. Vorallem sollen Schutzmaßnahmen für Geheimnisträger entfallen, so soll es möglich sein jeden zu überwachen, wenn “Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit einer Person” besteht.

Endlich besteht somit die Möglichkeit den Bundesinnenminister abzuhören, schließlich stellt Herr Schäuble nicht nur eine Gefahr für die Freiheit einer Person dar, sondern gleich für die Freiheit von 80 Millionen Einwohnern der Bundesrepublik.

Sei wachsam

fly.floh am 11. Januar 2008 um 16:34

Im Schnüffelblog bin ich auf den Song Sei wachsam von Reinhard Mey aufmerksam geworden. Anschauen kann man sich das Lied auf Youtube.

Leseempfehlung

fly.floh am 4. Januar 2008 um 12:34

Jeff Atwood von Coding Horror hat vor einigen Tagen einen Beitrag zum Thema Privatsphäre veröffentlicht, der mir einfach nur aus der Seele spricht.