Roland Koch will die Piraten ernst nehmen
fly.floh am 12. November 2009 um 14:50Roland Koch, der hessische Ministerpraesident hat mal wieder ein Interview gegeben. Eigentlich wuerde ich sowas ja gar nicht erwaehnen, denn die Aussagen von Roland Koch sind in den seltensten Faellen irgendwie erwaehnenswert, diesmal wird er aber nach der Piratenpartei gefragt und das was er da sagt klingt alles andere als belaechelnd.
Roland Koch sagt, unter anderem folgendes:
Die Freiheit, alles benutzen zu dürfen, gegen die Freiheit, mein Eigentum schützen zu können.
Da wird das Thema copyright mal wieder schwarz-weiss gemalt, eigentlich haette man sich das denken koennen, Herr Koch ist schliesslich Meister im schwarz-weiss malen und hat in seinen Wahlkaempfen damit meist auch noch Erfolg. Es geht natuerlich nicht um die Freiheit “alles” benutzen zu duerfen. Wer das so formuliert blendet – bewusst oder unbewusst – den Zweck der Nutzung aus. Das wir private Kopien, auch ueber das Internet, weitgehend legalisieren wollen ist kein Geheimnis. Das ist auch, in Zeiten des Internets, anders gar nicht sinnvoll machbar. Natuerlich braucht es dazu geeignete Verguetungsmodelle fuer den Kuenstler, Anreize Kunst zu schaffen muss es in jeder Gesellschaft geben. Daran wird auch gerade gearbeitet, aber nur, weil es noch kein Modell gibt, das faire Verguetung regelt, muss man doch nicht dauernd hingehen und so tun als gaebe es nur das Eine oder das Andere. Ein Mittelweg muss – und kann – gefunden werden. Die CDU ist uebrigens erst dann im Internet angekommen, wenn sie das verstanden hat. Nicht wenn sich Roland Koch damit bruestet ein Internet-faehiges Handy zu besitzen.
Der Rest des Interviews ist das alte Lied von der CDU als Partei der Freiheit und andere inhaltslose, dafuer altbekannte, CDU-Floskeln.



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