Ich war vorgestern im neuen Star Trek. Das UFA zeigte die Englische Version. Wurde ja in der Presse hochgelobt das Teil. Nunja die Schauspieler moegen gewoehnungsbeduerftig sein und auch die auf modern gemachte Enterprise mit ihrer Glasbruecke, aber das war ja vorher schon bekannt. Kommt man wahrscheinlich nicht drum rum, wenn man ein Prequel machen will. Auf den Sinn schon wieder zu versuchen Star Trek mit einem Prequel frischen Wind zu verschaffen gehe ich hier mal lieber nicht ein.
Bleibt also die eigentliche Handlung. Vorsicht, der folgende Teil ist nicht ganz frei von Spoilern. Wir beginnen mit einer ungleichen Schlacht zwischen einem Foederrationsschiff und irgendwas komischem unbekannten. Kirks Vater opfert sich um der Rest der Crew zu retten, nebenbei wird auch noch James T. Kirk geboren. Ein kurzer Hinweis zeigt, dass man tatsaechlich im richtigen Film gelandet ist, ein grosses Sternenflottenlogo flackert kurz ueber den Bildschirm. Soviel zum Vorspann.
Weiter geht’s mit einer Verfolgungsjagd und einem geschrotteten Oldtimer. Der junge Kirk als Dorfrebell. Verfolgungsjagd, wirklich? Hat denn keiner irgendwas aus Nemesis gelernt? Das hat da schon nicht zu Star Trek gepasst. Was soll sich 7 Jahre spaeter geandert haben? Star Trek ist immer noch kein James Bond. Das Genre heisst uebrigens auch Science Fiction und nicht Action. Star Trek sollte aus Technobabble und Handlung bestehen, aus coolem Spielzeug und einem gelegentlichen Raumkampf.
Es folgen viele actionreiche Szenen, Kaempfe und Kamerafahrten bei denen man den Eindruck gewinnt, die Kameramaenner leiden gemeinschaftlich an Parkinson. Der Boesewicht, Nero, hat etwa die tiefe eines frisch entsprungenen Gebirgsbachs. Seine Rachegelueste begruenden sich auf ein von einer Supernova zerstoertes Romulus. Warum er sich gerade an der Foederation raechen will wird, nicht sonderlich einfallsreich, mit dem Fakt erklaert, die Foederation habe nichts getan um Romulus zu retten. Abgesehen davon, dass sich Romulus und die Foederation zu dieser Zeit eigentlich in einem mehr oder weniger heissen Krieg befinden muessten, macht diese Erklaerung so wenig Sinn und ist so Schwach, dass sie nichtmal gegen bekannte Star Trek Geschichte verstoesst.
Neros Handlanger sind auch nicht gerade hilfreich um dem Film wenigstens etwas Star Trek Flair zu verschaffen. Von ihnen erfaehrt man immerhin einen Namen. Mehr aber auch nicht, mehr ist auch nicht zu sagen. Das neue Design der Romulaner bricht mit der altbekannten Aehnlichkeit zu den Vulkaniern auch voellig. Immerhin die spitzen Ohren sind hinter den gar nicht passenden Tattoos erhalten geblieben.
Immerhin Bones (Pille) und Scottie retten mit gewohnten Spruechen eine ganze Menge. Mehr noch als der von Leonard Nimoy verkoerperte alte Spock, der eigentlich gar nix zum Film beitraegt, ausser, dass er da ist.
Was nach diesem Film bleibt ist abgesehen vom mauen Gefuehl, dass man mal wieder vieles haette besser machen koennen, wenn man sich jemanden gesucht haette, der Star Trek versteht, immerhin ein zerstoertes Vulcan. Erklaert wird das mit einer alternativen Zeitlinie. Ich nehme an um Futter fuer den naechsten Film zu haben, der fuer 2011 angekuendigt ist. Wieder mit Bad Robot, dem jungen Kirk und wieder mit J.J. Abrams. Also wieder ohne Leute wie Manny Coto, die das Franchise verstehen, bzw. sich wenigstens Muehe geben nicht nur einen Film mit dem Namen Star Trek zu machen, sondern einen, der den Namen auch verdient. Das scheint aber heutzutage kein Geld mehr zu bringen.
Bleibt noch der Hinweis auf ein Review bei Zukunftia, dass sowieso viel besser als meins ist und wenigstens ein Zitat von Bones (Pille): “Are you out of your Vulcan mind?”