Es war angenehm warm um ihn herum. Zur Abwechslung schien mal die Sonne, die Sonne hatte lange nicht mehr so schön am Himmel gestanden. Simon streckte sich. Das Meer rauschte vor ihm. Er genoss die Ruhe, keine Menschen, nur ein paar Möwen schrien auf den nicht weit entfernten Klippen. Hin und wieder erreichte eine Welle seine Füße, das Wasser hatte etwa Badewannentemperatur.
“Hallo?”, sagte jemand. Simon schaute sich um, es war keine Menschenseele am Strand. “Hallo?”, sagte die gleiche Stimme. “Alles in Ordnung?” Der Strand verschwomm. Seltsam verzerrt nahm Simon ein Gesicht war. Eine ungeheuer ungemütliche Welt baute sich vor seinen Augen auf. Simon erkannte allerdings nicht wirklich viel, es war zu verschwommen. Dunkle Wolken mussten am Himmel sein, zumindest war die Sonne verschwunden. Jemand presste ihm eine Maske vor Mund und Nase.
“Wie heisst du?”, fragte das Gesicht. Es war ein hübsches Gesicht. Eine Frau, ein wenig jünger als er. Sie war vielleicht 25. Eine einzelne, blonde Strähne war unter der Kapuze der Frau zu erkennen. Erwartungsvoll schaute sie ihn mit ihren freundlichen, grünen Augen an. “Si.. Simon”, stammelte er. Die Frau musterte ihn eingehend. Simon sagte nichts weiter, zuviel Verwirrung war in seinem Kopf. “Du bist ja nicht besonders gesprächig. Naja das gibt sich schon wieder. Ist nach der Vergiftung ganz normal.”, erklärte die Frau.
‘Vergiftung?’, Simon konnte sich nicht erinnern was passiert war. Wo war er überhaupt? Die Frau schien seine Gedanken zu lesen. “Weißt du wo du bist? Sollen wir jemanden benachrichtigen?” Simon konnte sich an keine Freunde erinnern, ja nichtmal an Familie. Es war als gehörte er nicht auf diese Welt, selbst der rote Sand auf dem er lag kam ihm seltsam vor, als wäre er auf einem anderen Planeten.
“Was ist passiert?”, fragte Simon.
“Keine Ahnung, das Gleiche könnten wir dich fragen. Wir haben dich einfach nur hier draußen gefunden. Ohne Maske. Wir dachten zuerst du wärst tot, aber dann haben dich die Instrumente wahr genommen. Also haben wir nachgesehen. Zum Glück hatten wir noch eine Notmaske dabei, sonst wäre es wohl zu spät für dich gewesen.”
“Ich war am Strand”, erinnerte sich Simon abwesend. Dann wurde es dunkel.
Es war kühl geworden in den frühen Abendstunden. Simon saß in seinem Auto und fuhr den Interstate herunter. Im Radio lief seine persönliche Hymne, ‘18 ’till I die‘. Durch das offene Fenster konnten auch die wenigen anderen Autofahrer seine laute Musik genießen. Es war ein schöner Sommerabend, und direkt neben ihm sank die Sonne ins Meer. Er beschloss Pause zu machen und sich bei der nächsten Raststätte einen Burger zu gönnen.
Simon wachte in einem Bett auf. Der Raum hatte keine Fenster, er war von kompletter Dunkelheit umgeben. Er tastete um das Bett herum, kein Lichtschalter zu finden. Leichte Panik begann sich breit zu machen. In diesem Augenblick wurde die Tür geöffnet. “Licht!”, sagte eine bekannte Stimme. Die Frau aus der Wüste stand vor ihm. “Du bist wach.”, sagte sie. “Gut! Ich dachte schon du würdest nie mehr aufwachen.”
“Wo bin ich?”
“Mein bescheidenes Heim, es nicht nicht komfortabel, aber immerhin sicher… Und sauber.” Sie zeigte auf ihr Gesicht: “Keine Maske!”
“Maske?”
“Du scheinst ein wenig Gedächtnisverlust zu haben,” sagte die Frau zwinkernd. Anscheinend waren die Masken etwas ganz normales. “Die Luft draußen ist voller Blei, zu giftig zum Atmen.”
Simon konnte sich tatsächlich nicht erinnern je eine Maske gebraucht zu haben. Er schaute sich um, das Zimmer war spartanisch eingerichtet. Das Bett, auf dem er jetzt saß, füllte etwa die Hälfte des Raumes. Und es war kein besonders großes Bett. Nebendran stand noch ein kleiner Schrank auf dem eine dieser Masken lag. An der Decke hing eine nackte Glühbirne. Für mehr war allerdings schon kein Platz in dem kleinen Raum.