Quote of the Moment:
Love is a snowmobile racing across the tundra and then suddenly it flips over, pinning you underneath. At night, the ice weasels come.
Matt Groening
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“Was mit Medien” für alle

fly.floh am 8. April 2008 um 17:57

Studiengänge die das Wort “Medien…” im Namen tragen sind beliebt, und das schon seit einiger Zeit. Dieser Beliebtheit ist es anzurechnen, dass die Meisten dieser Studiengänge einen sogenannten lokalen Numerus Clausus haben. Normalerweise äußert sich sowas in einem bestimmten Abitur-Schnitt, der erreicht werden muss. So benötigt man für Medienwirtschaft an der hdm Stuttgart ein Abi mit 1,9 für Audiovisuelle Medien gar einen Durchschnitt von maximal 1,6. Für Medienwissenschaft an der Uni Düsseldorf wird etwas von 1,5 gemunkelt. Medien und Kommunikationswissenschaften in Halle wird mit 1,4 gehandelt.

Für eine Gruppe “Medien…”-Studenten bzw. Interessierte sieht es aber deutlich besser aus. Medieninformatik an der TU Dresden hat überhaupt keine Zulassungsbeschränkung. So schreiben sich jedes Jahr zwischen 400 und 600 Abiturienten an der TU für diesen Studiengang ein, meist mit dem Gedanken ganz viel Medien mit ein bisschen Informatik zu machen. Die böse Überraschung kommt aber meist schon im ersten Semester: Mit Logik, Mathe, Algorithmen und Datenstrukturen, sowie Rechnerarchitektur und Organisation stehen vier Informatik-Fächer auf dem Programm. Auf der Medien-Seite stehen mit Grundlagen der Gestaltung und Einführung in die Medieninformatik nur zwei Fächer, wovon EMI auch noch eines mit sehr starkem Informatik-Bezug ist. Im zweiten, dritten und vierten Semester wird die Lage nicht bunter, der Anteil der traditionellen Informatik-Fächer bleibt bis zum Vordiplom recht hoch. Erst danach macht man “bunt” im Medieninformatik-Studium. Wer sich jetzt aber freut, dass dann endlich das faule Stundenten-Leben kommen kann sei gewarnt: Nur weil’s bunt wird, wird die Sache noch lange nicht einfach. Denn bunt bedeutet in der Medieninformatik nicht malen wie früher im Kunstunterricht, sondern Werkzeuge wie Maya und Flash benutzen um größere Projekte zu realisieren und nebenbei gilt es eine ganze Menge Regeln zu beachten.

Den falschen Erwartungen sind auch die sehr hohen Abbrecherzahlen zu “verdanken”. Nichtmal die Hälfte der Anfänger beendet ihr Studium auch wirklich, etwa 10% der Anfänger schaffen es in Regelstudienzeit ins Hauptstudium. Nicht wenige sind enttäuscht vom hohen Informatik-Anteil. Doch im Grunde genommen sind all die “Ich will was mit Medien machen”-Menschen selbst Schuld, der FSR warnt immer wieder, dass Medieninformatik in Dresden nicht Medien mit ein bisschen Informatik ist, sondern Informatik mit ein bisschen Medien. Ein Blick auf die Medieninformatik-Webseite der TU kann auch viele falsche Erwartungen dämpfen.

Bleibt die Frage, warum sich der moderne Studienanfänger nicht mehr über den Studiengang seiner Wahl informiert. Warum sich in unserer Generation eigentlich kaum einer wirklich für seine Zukunft interessiert, sondern einfach zwischen RTLII und MTV vor sich hin studiert, und am Ende irgendeinen Abschluss erreicht. Oder eben auch nicht.