Die US-Immobilienkrise schwelt nun schon seit Sommer vor sich hin. Mal mehr mal weniger stark finden sich die Auswirkung in den Medien, dieser Tage wird es gerade wieder schlimmer. Die US-Notenbank hat mal wieder die Zinsen gesenkt, doch viel stärker fällt die quasi-Pleite von Bear Stearns ins Gewicht. US-Präsident Bush beruhigt die Gemüter mal schnell mit einem rhetorisch perfekten: “Die USA haben alles im Griff.”
Na dann besteht ja kein Grund zur Sorge, die Amis werden’s schon richten. Ich hatte mir zwar kurzzeitig Gedanken um die Weltwirtschaft gemacht, immerhin reden wir hier von der fünftgrößten Bank der USA, aber hey, die USA haben ja alles im Griff, alles cool quasi. On second thought, wenn die Amis die Krise so im Griff haben wie die Kampfhandlungen im Irak seit 2003 beendet sind, dann besteht vielleicht doch Grund zur Sorge. Die steile Talfahrt des Dollars lässt jedenfalls auf ein sehr kaputtes System schließen, aber die USA haben ja alles im Griff. Es bleibt natürlich abzuwarten wie die Zahlen der anderen Banken in den nächsten Tagen aussehen werden, drei-viertel der Amerikaner glauben aber schon jetzt nicht mehr an die Worte von George Bush, sie sehen die US-Wirtschaft schon jetzt in einer Rezession und auch führende Wirtschafts-Analytiker befürchten eine Depression wie die Welt sie seit 1929 nicht mehr gesehen hat.
Die deutsche Bundesregierung hingegen sieht keinen Grund zur Panik, die USA haben schließlich alles im Griff. Wobei in Panik sollte man vielleicht doch erst ausbrechen, wenn die USA nicht mehr alles im Griff haben, denn wenn alles im Griff haben so aussieht möchte ich nicht mehr alles im Griff haben glaube ich nicht wirklich erleben…