Sklaven der Industrie
fly.floh am 21. März 2007 um 02:46Italien hat es, Irland hat es, die USA hat es. Und Deutschland will es. Endlich nicht mehr stinkend aus dem Restaurant kommen, endlich beim Essen weniger Rauch als Essen zu sich nehmen. Zumindest zwei Drittel der Deutschen, der Rest füttert seinen Lungenkrebs sowieso selbst.
Die Rede ist, natürlich, vom Rauchverbot in Gaststätten.
Am Donnerstag wollen die deutschen Ministerpräsidenten endlich über eine Regelung entscheiden, die bisherige Planung sah vor, Rauchen nur noch in abgetrenten Räumen zu erlauben. Sechs Bundesländer, wollen nun aber , wie könnte es anders sein, andere Regelungen durchsetzen. Ganz vorne dabei: Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, hier sollen die Gastwirte entscheiden. Dies wäre im Grunde genommen beibehalten der bisherigen Regelung bedeuten und nichts ändern. Auch Sachsen-Anhalt und Brandenburg wollen diesen Weg gehen.
Andere Bundesländer wollen andere Ausnahmen, die aber auch Status Quo bedeuten.
Wiedereinmal zeigt sich, wie sinnlos die deutsche Kleinstaaterei doch ist, schließlich könnte das Rauchverbot längst beschlossen und umgesetzt sein. Leider machen sich einige Ministerpräsidenten lieber zum Sklaven der Industrie und kämpfen mit aller Kraft gegen das sinnvollste Verbot, welches in Deutschland in den letzten Jahren diskutiert wurde. Die Rentenkassen werden’s danken. Ganz im Gegensatz zu den Gesundheitskassen, die nämlich werden durch Raucher pro Jahr mit etwa 40 Milliarden Euro belastet!
Ganz zu schweigen von den neun unschuldigen Passivrauchern, die jeden Tag sterben. Die täglich diskutierten Killerspiele sind harmlos dagegen!


